KI-generierte Werkstattszene mit technischem Zeichnungsblatt, gefrästem Metallbauteil, Messschieber und Tablet zur Dokumentenklassifikation

KI kann technische Dokumentationen zusammenfassen, Wissen auffindbar machen und Mitarbeiter bei der Auswertung von Unterlagen unterstützen. Dabei stellt sich eine entscheidende Frage: Welche Informationen dürfen das Unternehmen verlassen?

Ein fiktives Beispiel: Vor dem Hochladen einer Zeichnung wird der Kundenname geschwärzt. Werkstoff, Toleranzen und die beigefügten Fertigungsparameter bleiben erhalten. Der Kunde ist weniger leicht erkennbar – das technische Know-how steckt weiterhin in den Unterlagen.

Wissen entsteht durch Zusammenhänge

Eine einzelne Materialangabe ist häufig unkritisch. Zusammen mit einer bestimmten Passung, einem Prozessschritt und passenden Maschinenparametern kann sie jedoch wertvolles Fertigungswissen offenlegen. Auch Stücklisten, Lieferantenpreise und interne Kalkulationen verdienen deshalb eine gezielte Schutzprüfung. Die Offenlegung vertraulicher Geschäftsinformationen gehört zu den von OWASP beschriebenen Risiken von KI-Anwendungen.

Hier setzt Industrial Knowledge Classification an: Technische Informationen werden erkannt, im Zusammenhang bewertet und einer Schutzklasse zugeordnet. Für HomeVault One sind vier Klassen vorgesehen:

  • Öffentlich: beispielsweise ein nachweislich veröffentlichtes Datenblatt.
  • Intern: allgemeine betriebliche Arbeitsunterlagen.
  • Vertraulich: etwa kundenbezogene Stücklisten oder Einkaufspreise.
  • Streng vertraulich: proprietäre Prozessrezepte und kritische Kombinationen von Fertigungsdaten.

Die konkrete Einstufung legen die fachlich Verantwortlichen fest. Ein Dateityp allein entscheidet nicht über seine Vertraulichkeit.

Erst prüfen, dann verarbeiten

Ein verbindliches Regelwerk soll bestimmen, ob Inhalte in einer freigegebenen eigenen Umgebung verarbeitet, an einen genehmigten Cloud-Dienst übergeben oder zunächst gesperrt werden. Die zentrale Vorgabe lautet: Unbekannte oder unsicher klassifizierte Daten dürfen nicht automatisch an externe Cloud-Modelle gelangen. Für streng vertrauliche Inhalte ist dieser Weg grundsätzlich gesperrt.

Diese Prüfung muss auch erzeugte Antworten erfassen. Eine lokal erstellte Zusammenfassung kann vertrauliches Wissen enthalten, das anschließend per E-Mail oder über einen KI-Agenten weitergegeben würde.

So ist der Einstieg mit HomeVault One geplant

Das Klassifikationsmodul befindet sich derzeit in der Architektur- und Planungsphase. Vorgesehen ist zunächst ein lokaler Prototyp mit Testdokumenten und deaktivierter Cloud-Ausgabe. Dabei sollen Erkennungsqualität, menschliche Prüfung und kontrollierte Ausgabe nachvollziehbar getestet werden. Ein nachgewiesener Schutz im Produktivbetrieb liegt noch nicht vor.

Für Unternehmen beginnt der praktische Einstieg mit einer Bestandsaufnahme: Welche Dokumente sollen durch KI nutzbar werden, und welche Informationen darin machen das eigene Know-how aus?

Sie möchten KI mit technischen Unternehmensdaten einsetzen? In der KI-Beratung können wir Ihren Anwendungsfall und die nötigen Schutzgrenzen besprechen. Für ein erstes Gespräch genügt eine Beschreibung Ihrer Aufgabe.

Titelbild: KI-generierte Illustration.

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